Mein Verständnis weiblicher Dominanz

Um die weibliche Dominanz ringen viele Klischees. Manche haften sehr hartnäckig in den Köpfen fest, als wären sie ein nicht anzuzweifelnder Bestandteil dessen, was man unter IHR, der Herrin, der Göttin versteht.

 

Jedem sei seine Interpretation gegönnt. Jeder kann darunter verstehen, was er verstehen möchte. Und zum Anbeten und Aufschauen wird sich immer das passende Gegenüber finden, welches genau das verkörpert, wonach die Sehnsucht sucht.

 

Was aber verstehe ich unter weiblicher Dominanz?

 

Um diese Frage zu beantworten, möchte ich zunächst einmal erschließen, was es für mich nicht bedeutet.

 

Oft erlebe ich die Tatsache, dass Dominanz mit Arroganz verwechselt wird. Als starke Tarnung der Unsicherheit. Als Unnahbarkeit, aus der Angst vor der Nähe. Als der Wunsch, Schmerzen zuzufügen, aus dem Schmerz heraus, den man einst selbst zugefügt bekommen hat. Als der Wunsch zu Unterdrücken, aus einem tief sitzenden Männerhass heraus. 

 

Ich gebe zu, auch das kann seinen Reiz haben. Auch das sind wertvolle Erfahrungen.

Nur hebe ich für mich diese Aspekte ganz klar vom Thema wahrer Dominanz ab. Wenn der Wunsch jemanden zu dominieren, auf seine eigenen unverarbeiteten Emotionen und Erfahrungen zurückzuführen ist, kommt man einfach über einen bestimmten Punkt nicht hinaus. Dann erreicht man nicht die Tiefe, die der wahren weiblichen Dominanz innewohnt.  

 

Was aber macht nun die Herrin, die Göttin aus?

 

SIE ist nicht perfekt. Aber sie ist authentisch und echt. Sie kennt sich selbst. Sie kennt ihre Stärken und auch ihre Schwächen, die jeder von uns hat. Aber weil Sie sie kennt, haben sie keine Macht über sie. Das erlaubt ihr entspannt und zufrieden durchs Leben zu gehen. 

 

SIE ist verbunden mit der Urweiblichkeit. Ihrer Kraftquelle, die sie intuitiv, sinnlich, stark und gleichzeitig sanft erstrahlen lässt. Sie liebt das Leben, die Menschen und sie liebt Männer. Sie zelebriert ihre Sexualität. 

 

SIE kennt ihre eigenen Grenzen und kann diese klar auf ihr Gegenüber übertragen, ohne dabei viel reden und sich erklären zu müssen. Der Mann stellt für sie keine Bedrohung dar. Das ist nicht der Grund, weshalb mit ihm spielt, ihm Schmerzen hinzufügt, ihm Anweisungen gibt und immer wieder aufs Neue seines Verstandes beraubt.

 

Aus der Zuneigung zum Mann, aus ihrer Lust heraus, entspringt ihre Freude und Bereitschaft zu führen. Aus der eigenen Fülle heraus, entspringt der Wunsch, ihrem Gegenüber etwas zu geben, was beiden Genuss bereitet, auch wenn das Schmerz, Not und Pein für ihn bedeuten mag. Aufgrund ihrer Intuition, weiß Sie um Ihre und Seine Bedürfnisse und setzt dieses Wissen gekonnt zu ihrem eigenen Lustgewinn ein. 

 

SIE ist Zerstörerin, wenn Zerstörung angebracht ist.

SIE ist Heilerin, wenn dafür die Zeit reif ist. 

Dann wirkt ihre Berührung, ob mit der Handfläche oder mit dem Lederriemen ihrer Peitsche, immer heilsam. Jedes Wort ist dann Balsam, egal ob Lob oder Tadel. 

 

SIE hat viele Gesichter. Sie kann es sich erlauben. Sie ist niemandem Rechenschaft schuldig. Deshalb lächelt sie nur müde, wenn ihr jemand zu erzählen versucht, was eine dominante Frau zu tun oder zu lassen hat. 

 

 

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